vvn-bda logo VVN-BdA Stade

NPD im Landkreis Stade


Vergessene Opfer
Einleitung

»Entbindungsstätten«

Zwangssterilisation
Euthanasie
Literatur

Neofaschismus
Einleitung

C h r o n o l o g i e

Überfall in Kutenholz

NPD
Deutsche Partei

Bündnis Rechte
Der Stahlhelm
A r c h i v

Revanchismus
Einleitung
Goldap
Ostpreußen

Presseartikel
A r c h i v

Erinnerung & Vermächtnis
Einleitung

Aktionen
Aktuelles

Archiv

home

Keine Gewähr für externe Links.

© VVN-BdA Stade 2004


Die NPD verfügt seit mehr als dreißig Jahren über eigene Parteistrukturen in der Niederelberegion. Der Unterbezirk Stade-Elbe/Weser der NPD hat etwa 50 Mitglieder. Mit Adolf Dammann (Buxtehude-Neukloster) als stellvertretendem Landesvorsitzenden und Fritz-Ulrich Bundt (Hagenah/Großenwörden) als Landeskassierer gehören zwei langjährige Funktionäre aus dem Landkreis Stade dem derzeitigen NPD-Landesvorstand an.

Die NPD trat bei den Kommunalwahlen 1991, 1996 und 2001 nicht mehr selbständig als Partei an.

Bei der Kommunalwahl 1991 wurde schwerpunktmäßig im Landkreis Stade nur auf einer von der Partei gesteuerten Wählergemeinschaft in Harsefeld kandidiert. Die Frau des damaligen NPD-Kreisvorsitzenden errang einen Sitz im Gemeinderat. Als Ratsfrau berichtete sie am 13.3.92 auf einer NPD-Veranstaltung über Kommunalpolitik in Harsefeld.

Zur Kommunalwahl 1996 gründete die NPD zusammen mit Republikanern die Wählergemeinschaft Bündnis Rechte. Die Wählergemeinschaft hat zur Kreistagswahl und zu Gemeinderatswahlen in Orten des Landkreises Stade kandidiert. Der langjährige NPD-Funktionär Peter Brinkmann (Wangersen) wurde für »Bündnis Rechte« (1,7% der Stimmen im Gesamtkreis) in den Kreistag gewählt. Brinkmann bezeichnete sich mittlerweile auf einem Flugblatt und in einem Leserbrief an die regionale Zeitung als NPD-Kreistagsabgeordneter.

Die Kandidatenliste von »Bündnis Rechte« zur Kreistagswahl 2001 war eindeutig von Mitgliedern und Sympathisanten der NPD dominiert. In der Vergangenheit haben mindestens neun der sechzehn Kandidaten bereits für die NPD kandidiert oder hatten Funktionen in der Partei. Die Wählergemeinschaft erhielt bei 1,5 % der Stimmen keinen Sitz im Kreistag.

Claus Dankers aus Harsefeld kandidierte bei der Bundestagswahl 1998 auf der Landesliste der NPD. Die Partei erhielt im Landkreis Stade insgesamt 309 der abgegebenen Zweitstimmen.

Bei der Bundestagswahl 2002 stellte die NPD mit Peter Hess aus Ahlerstedt einen Direktkandidaten im Wahlkreis Stade und Fritz-Ulrich Bundt kandidierte auf der Landesliste der Partei. Hess erhielt im Landkreis 1093 der Erststimmen und die NPD bekam 522 Zweitstimmen.

Aus Anlass einer »Stützpunktgründung« organisierten die »Jungen Nationaldemokraten« (Jugendorganisation der NPD) am 13. Juni 1998 eine große Musikveranstaltung auf einem Gelände in Großenwörden. Als Redner war der langjährige NPD-Funktionär Waldemar Maier angekündigt. Entlarvend wurde auf der Einladung zur Veranstaltung vermerkt: »Waffen und verfassungsfeindliche Kennzeichen bleiben Bitte Zuhause« (Fehler im Original).

Ein eigenständiges Auftreten der NPD war in den letzten Jahren nur durch Flugblattverteilungen, (wilde) Plakatierungen und vereinzelte Infostände feststellbar.

NPDNPD-Aufkleber im Juni 2003 in Stade

Im Rahmen des Europawahlkampfes im Juni 1999 wurde besonders provokant in Kutenholz plakatiert. Kurz zuvor war es in Kutenholz-Aspe zu einem Überfall auf eine Flüchtlingswohnung gekommen. Der mittlerweile verurteilte Haupttäter des Überfalls war zumindest zum damaligen Zeitpunkt Mitglied der NPD, unter den acht Tätern sollen nach Auskunft des Verfassungsschutzes vier Mitglieder der NPD gewesen sein.

Im Herbst 2001 tauchten im Landkreis Stade die Flugblätter und Aufkleber der NPD-Kampagne »Argumente statt Verbot - NEIN ZUM NPD-VERBOT!« auf. Der Kreistagsabgeordnete Peter Brinkmann war einer der Erstunterzeichner der Unterschriftensammlung »Argumente statt Verbote! - Nein zum NPD-Verbotsantrag«.

Der Musiker Johannes »Jonny« Kröger (geb. 1929) aus Brest im Landkreis Stade kandidierte in der Vergangenheit für die NPD und bei den Kreistagswahlen 1996 und 2001 für die Wählergemeinschaft »Bündnis Rechte«.

Kröger spielt mit seiner Kapelle regelmäßig auf Dorf- und Schützenfesten in der Region. Zum Bier ein braunes Lied mit Hitlergruß titelte das Stader Tageblatt am 20.10.1993 über eine Blasmusikveranstaltung mit der Kapelle Jonny Kröger beim Horneburger Herbstmarkt. Mit seiner Kapelle trat Kröger am 24.6.2000 bei der Sonnenwendfeier der NPD-Niedersachsen auf, ebenso musizierte er auf dem »Kameradschaftsabend« des neofaschistischen »Stahlhelm« im November 1998 aus Anlass der 80-Jahr-Feier des Vereins.

»NPD schult in alter Mühle« titelte das Stader Tageblatt einen Bericht über die »Alte Mühle« in Bargstedt (Landkreis Stade). Das Anwesen gehört dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der NPD Adolf Dammann. Er lädt nach Angaben des niedersächsischen Verfassungsschutzes regelmäßig zusammen mit seiner Tochter (Mitglied im Landesvorstand der Jungen Nationaldemokraten) zu Schulungen und anderen Veranstaltungen nach Bargstedt.

Dammann stellte sein Anwesen u.a. als Wahlkampfstützpunkt der NPD für die Hamburger Bürgerschaftswahl 1997 zu Verfügung. Im Januar 2001 führten die Jungen Nationaldemokraten ihren Landeskongress 2000 in Bargstedt durch.

Die NPD-Mitglieder aus dem Landkreis Stade nehmen zusammen mit Angehörigen Freier Kameradschaften regelmäßig an Demonstrationen der NPD in Niedersachsen und den benachbarten Bundesländern teil.

Stand Juni 2004


 
12. Juni 2004:
Die NPD beflaggt das Stader Rathaus

NPD-Aktivitäten zur Europawahl 2004

Unmittelbar vor einem Aufmarsch in Himmelpforten am 15. Mai 2004 verteilte der stellvertretende Landesvorsitzende der NPD Niedersachsen, Adolf Dammann aus Buxtehude, an einem Stand auf dem Pferdemarkt in Stade Material zur Europawahl. Gegen ihn wird in Zusammenhang mit seinem Auftritt in Himmelpforten wegen Volksverhetzung ermittelt.

 »Bis zur Europawahl wird die NPD wöchentlich im Raum Stade Infostände veranstalten. Wir wollen in Stade Präsenz zeigen«, kündigte die Website "Nationaldemokraten Stade" an. Am Samstag, 22. Mai, stand die NPD vor dem Rathaus in Buxtehude. »Wir nehmen an, dass in unserem Landkreis die Strukturen der Volksfeinde langsam zerbrechen«, frohlockte "Nationaldemokraten Stade". Am Samstag, 29. Mai, belästigte die NPD die Bürger erneut in Stade mit Material zur Europawahl, in denen u. a. der wegen Volksverhetzung vorbestrafte Günter Deckert die »Todesstrafe für Kinderschänder« fordert. Am Samstag, den 5. Juni, verteilte Adolf Dammann wiederum NPD-Material in Buxtehude. Demonstranten hielten ihm ein Transparent mit der Aufschrift »Kampf dem Faschismus« entgegen. Die Kampagne wurde am Donnerstag, 10. Juni, in Buxtehude fortgesetzt. Am Samstag, 12. Juni, baute sich die NPD mit fünf Leuten unter Führung von Adolf Dammann vor dem alten Stader Rathaus auf. Dabei hängten sie eine Partei-Flagge an das Gebäude. Von einer empörten SPD-Stadträtin aufgefordert, die symbolische Inbesitznahme des Rathauses zu unterbinden, behauptete die Polizei zunächst, sie könne nichts dagegen tun. Ein CDU-Stadtrat, der nebenan vor dem Eingang zum neuen Rathaus Wahlkampf machte, verstand die Aufregung gar nicht. Ein Beamter des Staatsschutzes ergriff schließlich die Initiative und »überredete« die NPD, die Fahne wieder abzunehmen. Eine Gruppe Antifaschisten protestierte mit Transparenten und Schildern gegen die Neonazis. Spontan gesellte sich eine Gruppe Jugendlicher aus den Reihen der Grünen zu ihnen. Trotz ihres Eifers blieb der Erfolg der NPD bei den Europawahlen mäßig. Im Landesdurchschnitt erreichte sie in Niedersachsen 0,7 % der Stimmen. Im Landkreis Stade erzielte die NPD mit 564 Stimmen 0,98 %. Bei der Europawahl 1999 waren es 223 Stimmen/0,4 %. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie in Brest (Samtgemeinde Harsefeld) mit 6,32 %. Ein Teil der NPD-Stimmen kam offenbar von den Republikanern, die im Kreis Stade von 0,9 % (528 Stimmen) bei der Europawahl 1999 auf 0,6 % (329 Stimmen) absackten. Die Deutsche Partei bekam 186 Stimmen, das sind 0,3 %.

Weitere Infos:

Bündnis Rechte
Archiv