VVN-BdA Stade

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© VVN-BdA Stade 2003




2005

6. Januar 2005

In Himmelpforten wird die Wohnung des NPD-Aktivisten Martin Zaha von der Polizei durchsucht. Sein Computer wird beschlagnahmt. Der Anlass der Hausdurchsuchung ist ein Text auf der, von Zaha verantworteten, Internetseite „Nationaldemokraten Stade“. Die Vorwürfe lauten: Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole und Beleidigung von Politikern.

8. Januar 2005
Adolf Dammann, Martin Zaha und weitere Neofaschisten aus dem Landkreis Stade beteiligen sich an einer Kundgebung in Harburg, die von der neonazistischen Bürgerinitiative "Sicheres Harburg" veranstaltetet wird. Der 'freie' Nationalist Alexander Hohensee wettert in einer Rede: "Sie haben uns damals alles genommen, unseren Führer, unser Reich als deutschen Volksstaat." Mit der Wahrheit nimmt es Hohensee nicht so genau, Hauptsache seine Drohungen kommen an: "Aber eines sollten sie wissen, der Führer sagte schon damals: sie können uns zusammenschlagen, sie können uns ermorden – aber kapitulieren werden wir niemals!".
Im Gästebuch der „Nationaldemokraten Stade“ findet sich folgender Eintrag:
„Ich möchte hiermit allen Kameraden aus der Region Stade, sowie den Kameraden vom Netzwerk Nationaldemokraten Stade für die Teilnahme an der heutigen Kundgebung danken.“.
 
1. Februar 2005
In die öffentliche Diskussion kommt die Zivildiensttätigkeit des NPD-Aktivisten Martin Zaha beim Verein für Sozialmedizin (VSM) in Stade. Der Vorstandsvorsitzende des Vereins beschreibt Zaha als ausgesprochen zuverlässig, hilfsbereit und "überhaupt nicht verbohrt". Die Haltung des Suchthilfe-Vereins ist "Einfangen statt Ausgrenzen". Das STADER TAGEBLATT titelt: "Verein für Sozialmedizin distanziert sich von der NPD  Aber: Zivildienstleistender und NPD-Aktivist Martin Zaha (20) aus Himmelpforten kann im Stader Suchthilfe-Verein bleiben".

4. Februar 2005
Jürgen Rieger referiert auf einer Veranstaltung des NPD-Unterbezirks Stade/Elbe-Weser vor rund 40 Rechtsextremen in der Gaststätte „Zur Post“ in Wangersen. Die Veranstaltung war in der Januar-Ausgabe der NPD-Zeitung DEUTSCHE STIMME konspirativ angekündigt. Riegers Vortrag hat das Thema: „Wie kann man Deutschland aus der Krise Führen?“.
"Ich habe keine Probleme damit, dass die NPD hier tagt", sagt die Wirtin der Gaststätte "Zur Post". Die Partei habe sich "bereits mehrfach" in ihrer Gaststätte getroffen, "nie gab's Ärger".
 
15. Februar 2005
„Hakenkreuz gesprüht“, titelt das STADER TAGEBLATT. In Horneburg haben unbekannte Täter Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen an eine Lärmschutzwand entlang der Bundesstrasse 73 gesprüht.

4. März 2005
Udo Pastörs referiert auf einer „Interessentenveranstaltung“ des NPD-Unterbezirks Stade/Elbe-Weser in der Gaststätte „Zur Post“ in Wangersen. Pastörs, der sich zur Zeit bei der NPD in Mecklenburg engagiert, hält einen Vortrag über „Modernen Nationalismus“.

9. März 2005
In Buxtehude kommt es an einer Schule zu einer rechtsextremistischen Straftat (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, § 86a StGB). 

16. März 2005
In Stade kommt es an einer Schule zu einer rechtsextremistischen Straftat (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, § 86a StGB).


2.April 2005

„Stade: Anklage gegen NPD-Leute“, titelt die HARBURGER RUNDSCHAU.
Die Staatsanwaltschaft Stade hat nach Angaben der Zeitung Anklage gegen Adolf Dammann und Martin Zaha wegen „Verunglimpfung des Staates“ erhoben. Martin Zaha wird sich außerdem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen.
(siehe auch Chronologie 4.12.2004, 6.01.2005 und 10.01.2006)

2. April 2005
Adolf Dammann ist Anmelder und Redner auf einer NPD-Kampagnendemonstration „Sozialabbau, Rentenklau, Korruption - Nicht mit uns“ in Verden/Aller. Dammann sieht angesichts der von ihm angekündigten NPD-Demonstration einen "Betroffenheitsorgasmus in der Verdener Politik" und erkennt bei den vielen Gegenaktionen in Verden auch eine "Pfaffenparade mit Glockengeläut".

8. April 2005
Hans-Gerd Wichmann aus Lüneburg, ehemaliger Landesvorsitzender der Republikaner, ist Gastredner auf einer Mitgliederversammlung der NPD in der Gaststätte „Zur Post“ in Wangersen. Im Stammlokal des NPD-Unterbezirks Stade/Elbe-Weser treffen sich an diesem Abend etwa 35 Anhänger der Partei.

17. April 2005
Drei Männer grölen im Zentrum von Stade ausländerfeindliche Parolen und zeigen den Hitlergruß. Jetzt droht ihnen ein Verfahren wegen Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen und Volksverhetzung.

1. Mai 2005
Neofaschisten aus dem Landkreis Stade beteiligen sich an einem Marsch der „nationalen und sozialistischen deutschen Jugend im Norden“ in Heide (Schleswig-Holstein). „Gerechtigkeit für alle Deutschen“ fordern die Teilnehmer aus dem Spektrum der „Freien Kameradschaften“ und der NPD. „1945 Wir feiern nicht“ steht auf dem Transparent, das die Neofaschisten aus dem Landkreis Stade vor sich hertragen. Teilnehmer aus dem Landreis Stade sind u.a. Martin Zaha und Adolf Dammann.
9. Mai 2005
Ein Dutzend Neofaschisten aus dem Umfeld der NPD stehen mit einem Transparent vor dem Landgericht in Stade, wo der Prozess gegen den mutmaßlichen zweifachen Kindermörder Marc H. stattfindet. In einem von Stefan Schoch (damals Hamburg) und Andreas Haack (Wischhafen) verantworteten Flugblatt wird die Todesstrafe für „Kinderschänder und Kindermörder“ gefordert. Im Flugblatt wird behauptet: „Meistens werden diese primitiven Subjekte als ‚angeblich geheilt’ nach ein paar Jahren entlassen.“.

12. Mai 2005
In Buxtehude kommt es an einer Schule zu einer rechtsextremistischen Straftat (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, § 86a StGB).

18. Mai 2005
Erneut baut sich ein Dutzend Neofaschisten um Martin Zaha (Himmelpforten) und Stefan Schoch mit einem Transparent und der NPD-Fahne vor dem Gerichtsgebäude in Stade auf, indem der Prozess gegen den mutmaßlichen Kindermörder Marc H, stattfindet.

5. Juni 2005
Adolf Dammann aus Buxtehude/Neukloster wird auf dem 41. ordentlichen Landesparteitag der NPD in Heiligenfelde (Landkreis Diepholz) erneut zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Partei gewählt. Fritz-Ulrich Bundt aus Hagenah/Großenwörden ist Beisitzer im neuem Landesvorstand.  Am Landesparteitag nehmen mehrere NPD-Anhänger aus dem Landkreis Stade teil.

18. Juni 2005
Adolf Dammann ist Redner auf der NPD-Kampagnendemonstration in Braunschweig. Im Vorfeld der Demonstration befürchtet er "..., daß die volks- und verfassungsfeindliche Kumpanei von Antifa-Verbrechern und BRD-Regime funktioniert.".
Die NPD Stade ist auf der Demonstration mit einem eigenem Banner vertreten.
 
3. Juli 2005
Die NPD wählt auf einem Parteitag in Heiligenfelde ihre Landesliste zur Bundestagswahl. Adolf Dammann wird auf Listenplatz 3 gewählt. Martin Zaha erhält einen hinteren Platz auf der Landesliste.

22. Juli 2005
"Bargstedt: Die Nazis stehen auf der Straße  Kreis unterbindet Versammlungen in NPD-Scheune", titelt das STADER TAGEBLATT. Die Kreisverwaltung untersagt dem Besitzer Adolf Dammann die Nutzung der Räumlichkeiten für Schulungen, da den Vorschriften für Versammlungsstätten – vom Brandschutz und Sanitärräumen über die Anzahl der Parkplätze bis zum Fluchtweg -  nicht Rechnung getragen wird. Der Kreisbaurat: "Wir haben Dammann deutlich gemacht, dass Versammlungen in diesem Gebäude nicht stattfinden dürfen.".
Die VVN-BdA hatte in einem in Bargstedt verteiltem Flugblatt gefordert: "Kein Nazi-Zentrum weder hier noch anderswo".
Der Verantwortliche des Flugblatts wird wegen "Beleidigung / üble Nachrede / Verleumdung" angezeigt. Das Verfahren wird später von der Staatsanwaltschaft Stade eingestellt.
                                                                                           mehr: flugbl.htm

28. August 2005
In Wischhafen wird nach dem Hafenfest ein Mann von Neofaschisten zusammengeschlagen ,die Nachts das Gelände des Hafenfestes nach politischen Gegnern ("Zecken") absuchen.

3. September 2005
In Oldenburg findet die NPD-Kampagnendemonstration  „Sozialabbau, Rentenklau, Korruption – Nicht mit uns“ statt. Adolf Dammann ist Versammlungsleiter. In seiner Rede wettert er: „Die Juden sind nicht unser Unglück, sondern die SPD“. An der Demonstration nehmen auch Neofaschisten aus dem Landkreis Stade teil.

15. September 2005
In Stade verteilen fünf NPD-Anhänger die „Schulhof-CD“ der Partei auf einem Weg zwischen dem Stadeum und den Schulen an der Glückstädter Strasse.

16. September 2005
In Drochtersen versuchen drei NPD-Anhänger die „Schulhof-CD“ zu verteilen.

18. September 2005
Bei der Bundestagswahl bekommt die NPD insgesamt 1.767 (1,5 %) der im Landkreis Stade abgegebenen Zweitstimmen. Die höchsten Stimmergebnisse hat die NPD in Brest (4,5 %), Bargstedt R2 (5,9), Wangersen (8,8 %) und in den Buxtehuder Wahllokalen Dammhausen (4,6 %) und Gemeindehaus Neukloster 108 (4,0 %) . Der NPD-Direktkandidat Adolf Dammann bekommt 2.382 (2,0 %) der Erststimmen. Die meisten Erststimmen erhält er in Brest (7,6 %), Wangersen (7,4 %), Bargstedt R2 (6,6) und in den Buxtehuder Wahllokalen Dammhausen (5,5 %) und Gemeindehaus Neukloster 108 (4,2 %).
Die NPD hat zwischen den 12. August und den 17. September 2005 insgesamt neun Wahlkampfstände in Stade und Buxtehude gemacht. An den mit bis zu 15 Personen besetzten Ständen nahmen auch NPD-Funktionäre und jüngere Neofaschisten aus anderen Wahlkreisen teil. Durch das bundesweite Stimmergebnis von 1,6 % erhält die NPD die nächsten Jahre eine staatliche Wahlunterstützung von über 3.000.000,-- Euro.
 
   12. Oktober 2005
In Stade versuchen fünf NPD-Anhänger die „Schulhof-CD“ ihrer Partei zu verteilen.

13. Oktober 2005
In Stade wird vor der Agentur für Arbeit und in Bahnhofsnähe von sieben NPD-Anhängern Propagandamaterial der Partei verteilt.

18. Oktober 2005
"Rechte setzen verstärkt aufs Internet  Niedersächsischer Verfassungsschutz beobachtet Internet-Versandhandel aus Buxtehude", titelt das STADER TAGEBLATT. In Buxtehude hat sich mit dem "Reichsversand" ein "rechtsextremistischer Internetversandhandel mit Chat-Room" etabliert. Der Betreiber des Onlineshops, Sascha Britz (23), ist nach eigener Aussage "ein überzeugter Nationalist". "Indizierte Ware führe ich nicht, würde ich sofort rausnehmen," behauptet Britz.
Der Internet-Versandhandel ist inzwischen, nach Anzeige wegen Angebots von indizierten Medien, eingestellt. Der Betreiber hat Buxtehude verlassen.

29. Oktober 2005
Die NPD veranstaltet  ihre Kampagnendemonstration  „Sozialabbau, Rentenklau, Korruption – Nicht mit uns“ in Göttingen. Adolf Dammann ist Redner der Auftaktveranstaltung. An der Demonstration, die nach wenigen hundert Metern abgebrochen werden muss, nehmen auch Neofaschisten aus dem Landkreis Stade mit einem Transparent : "Demokratie und Toleranz auch für Deutsche!" teil.

26. November 2005
In Himmelpforten kommt es an einer Schule zu einer rechtsextremistischen Straftat (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, § 86a StGB).

31. Dezember 2005
Neofaschisten aus dem Landkreis Stade nehmen an einer „nationalen Silvesterfeier“ im Parkhotel in Bad Essen teil.
Das abseits gelegene „Parkhotel“ im Kurort Bad Essen ist seit dem 1. Dezember 2005 vom NPD-Funktionär Gustav Arnold Eggerding gepachtet. Eigentümerin der geräumigen Immobilie ist Eggerkings Schwester.

1. Januar 2005 bis 31. Dezember 2005
Die Polizeiinspektion Stade registriert für das Jahr 2005 im Landkreis Stade insgesamt 41 rechtsextremistische Delikte, darunter 21 Propagandadelikte, zwei Gewaltstraftaten, acht fremdenfeindliche und drei antisemitische Straftaten.

Der niedersächsische Verfassungsschutzbericht 2005 berichtet über die neofaschistische NPD in der Region Stade :
"Der Unterbezirk Stade entwickelte im Berichtszeitraum, wie bereits in den Vorjahren, die meisten Aktivitäten. Neben Mahnwachen und zahlreichen Infoständen im Zusammenhang mit dem Bundestagswahlkampf führte der Unterbezirk mehrere Vortragsveranstaltungen mit bekannten rechtsextremistischen Referenten wie RIEGER und Udo PASTÖRS (Mecklemburg-Vorpommern) oder WIECHMANN aus Lüneburg durch."
"Die besten Ergebnisse erzielte die Partei in den Wahlkreisen, in denen sie durch Aktionen in besonderer Weise auf sich aufmerksam gemacht hatte. So konnte der stellvertretene Landesvorsitzende Adolf DAMMANN im Wahlkreis Stade-Cuxhaven 2.924 Erststimmen (2 %) für sich verbuchen."