VVN-BdA Stade

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2007

6. Januar 2007
Im STADER TAGEBLATT wirbt das "ARMY CENTER" aus Zeven in Anzeigen für "Thor Steinar/Artikel". Die Modemarke "Thor Steinar" ist bei Neofaschisten sehr beliebt. Auch im MITTWOCHSJOURNAL erscheint die Anzeige.
 
5. Januar 2007
Thomas Wulff, Mitglied des NPD-Bundesvorstandes, spricht auf einer Mitgliederversammlung des NPD-Unterbezirks Stade in der Gaststätte "Zur Post" in Wangersen. Themen des Abends, vor etwa 30 NPD-Anhängern, sind "Perspektiven 2007".

Nach örtlichen Protesten und regionalen Presseberichten wurde der NPD die Nutzung der Räumlichkeit in der Gaststätte "Zur Post" aufgekündigt. Räumlichkeiten in einer Gaststätte in Oersdorf erhielt die Partei für ihre nächste Versammlung nur dadurch, dass eine Privatperson einen Raum anmietet. Der NPD-Unterbezirk Stade macht derzeit seine Mitgliederversammlungen in einer Gaststätte in Bremervörde.

 
2. Februar 2007
Christian Worch spricht auf einer Mitgliederversammlung des NPD-Unterbezirks Stade zum Thema: "Wahlerfolge auch im Westen? Wie und unter welchen Voraussetzungen?". Die Versammlung findet in einer Gaststätte in Oersdorf, Landkreis Stade, statt. Eine neofaschistische Homepage berichtet: "Mehr als 30 Teilnehmer folgten dem Referenten aufmerksam ...". Im Bericht heißt es weiter: "Der Aufruf des UB-Vorsitzenden Adolf Dammann zur uneingeschränkten Unterstützung der am 10. Februar 2007 stattfindenden Kundgebung gegen den Moschee-Bau in Hamburg-Bergeborf fand einhellige Zustimmung."

6. Februar 2007
"Gedenkkranz zerfleddert", titelt das STADER TAGEBLATT. Im Artikel berichtet die Zeitung: "Den Kranz, den Bürger an der Horneburger Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus an der Ecke Auedamm/Vordamm niedergelegt haben, haben unbekannte Täter in der Nacht zu Donerstag zerfleddert. ... Auch die geklauten gelben Schleifen mit der Aufschrift 'Für mehr Toleranz – Gegen das Vergessen' seien nicht wieder aufgetaucht."

7. Februar 2007
In Stade findet vor dem Landgericht die Berufungsverhandlung gegen die NPD-Funktionäre Adolf Dammann und Martin Zaha statt. Das STADER TAGEBLATT berichtet: "Vor dem Gericht hatten sich lediglich 20 Mitglieder der rechten Szene zu einer 'Mahnwache' eingefunden. Im Gerichtssaal fanden sich ebenfalls rund 20 offensichtliche Sympathisanten der Angeklagten ein."  Das Gericht reduziert die Strafe gegen Dammann wegen Beleidigung auf 600 Euro und gegen Zaha wegen Körperverletzung auf 300 Euro. Die Lokalzeitung  berichtet über Zaha: "Er hatte nach einem Discobesuch einen ehemaligen Freund verprügelt, weil der ihn angeblich als 'Scheiß-Nazi' beschimpft hatte." Dammann läßt sich von dem Rechtsanwalt Jürgen Rieger (Mitglied des NPD-Parteivorstandes) verteidigen.

10. Februar 2007
In Hamburg-Bergedorf findet eine neofaschistische Kundgebung, auf der auch Adolf Dammann als Redner auftritt, gegen den Bau einer Moschee statt. Eine NPD-Homepage berichtet über die Kundgebung: "An ihr nahmen exakt 48 Kameradinnen und Kameraden parteifreier Kräfte und der NPD teil."

7. März 2007
Die neofaschistische NPD hat einen Propagandastand in der Stader Innenstadt aufgebaut.

10. März 2007
Erneuter Propagandastand der NPD in der Stader Innenstadt.

11. März 2007
Ein geplanter Sonderparteitag der niedersächsischen NPD in Burhafe bei Wittmund kann nicht stattfinden, da der NPD kurzfristig die angemietete Räumlichkeit entzogen wurde. Der "blick nach rechts" berichtet über die angereisten Neofaschisten: "Unter den Neonazis um Dammann waren Anhänger der Kameradschaftsstrukturen sowie der Jungen Nationaldemokraten aus Gifhorn, dem Harz, Stade, Northeim, Weserbergland, Helmstedt, Wilhelmshaven, Verden, Tostedt, Lüneburg und Schneverdingen. Der größte Teil dieser Gruppe begab sich mit Dammann in die Wittmunder Innenstadt, ...".

14. März 2007
In Stade kommt es an einer Schule zu einer rechtsextremistischen Straftat (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, § 86a StGB).

8. April 2007
In Himmelpforten provozieren Neofaschisten beim Osterfeuer Jugendliche, die sie als "Russen" bezeichnen. Martin Zaha, Organisationsleiter der NPD, schreibt auf der Homepage der Partei: "Stimmen wurden laut, daß gewaltbereite Ausländer in Himmelfporten nichts zu suchen hätten und sich in Zukunft vor allen Deutschen Jugendlichen in Himmelpforten in acht nehmen müßten." ... "Die Aktionen der Russen in Himmelpforten werden wir deshalb in Zukunft noch genauer im Auge behalten und gegebenenfalls jeden Gewalttäter öffentlich nennen. Der Wind hat sich gedreht!"

15. April 2007
In Scharzfeld (Harz) findet der 43. ordentliche Landesparteitag der niedersächsischen NPD statt. Im Vorfeld des Parteitages gab es interne Streitigkeiten um die Amtsführung des Landesvorsitzenden Eigenfeld. Adolf Dammann unterliegt Eigenfeld bei der Wahl zum Landesvorsitzenden. Den neugewählten Landesvorstand gehört Dammann nicht mehr an. Fritz-Ulrich Bundt (Hagenah/Großenwörden) wird erneut als Beisitzer (Landesschatsmeister) in den Vorstand gewählt. Nach dem Parteitag findet die Vertreterversammlung der NPD zur Wahl der Landesliste zur Landttagswahl am 27. Januar 2008 statt. Adolf Dammann wird auf Platz 5, Fritz-Ulrich Bundt auf Platz 10 und Martin Zaha (Himmelpforten) auf Platz 11 der Landesliste gewählt.

7. Mai 2007
In Buxtehude kommt es an einer Schule zu einer rechtsextremistischen Straftat (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, § 86a StGB).

10. Mai 2007
Die "FREIE KAMERADSCHAFT STADE" lobt im Gästebuch der Homepage der NPD Stade die "überarbeitete Netzseite".

13. Mai 2007
Eine "Kameradschaft Buxtehude" lobt ebenfalls im Gästebuch der Homepage die "Netzseite" der NPD Stade. "Man sieht sich am Wochenende" verkündet abschließend die "Kameradschaft".

19. Mai 2007
Die NPD macht, mit Unterstützung auswärtiger Neofaschisten, einen Propagandastand in der Stader Innenstadt.

23. Mai 2007
Ein "Abc" beschwert sich im Gästebuch der Homepage der NPD-Stade: "Kollege von mir wurde freitag von leuten die S*** H*** und H*** H**** gerufen haben verprügelt, nur weil er Punk musik hört, sorry jungs aber das ist nicht gut".

2. Juni 2007
Der NPD wird ein ursprünglich vorgesehener Aufmarsch in Schwerin nicht genehmigt. Es werden daraufhin an mehreren norddeutschen Orte unangemeldete Aufmärsche durchgeführt. Neofaschisten aus dem Landkreis Stade beteiligen sich an einem Aufmarsch in Lüneburg. Martin Zaha berichtet auf der Homepage der NPD-Stade: "Gemeinsam ging es dann quer durch die Innenstadt, ohne Polizei die uns hätte kriminalisieren können. Auch rote Scheinexistenzen waren weit und breit nicht in Sicht." Nach den Aufmarsch werden  Neofaschisten, darunter etliche aus dem Landkreis Stade, von der Polizei bis zum Abend festgesetzt. Nach Polizeiangaben wird gegen sie wegen Landfriedensbruchs und Widerstand gegen Vollzugsbeamte ermittelt. Ein Bus des regionalen Reiseunternehmens HANSEAT wurde von Neofaschisten für die ursprüngliche Fahrt nach Schwerin angemietet.

14. Juli 2007
Neofaschisten aus dem Landkreis Stade beteiligen sich an einem Aufmarsch von "freien Nationalisten" in Lüneburg, der von der NPD unterstützt wird. Die Homepage der NPD-Niedersachsen berichtet: "Der Stader NPD-Vorsitzende Adolf Dammann ging in seinem Redebeitrag auf das aktuelle politische Geschehen ein und machte deutlich, wie die etablierten Versagerparteien, die den Stadthaltern der menschenverachtenden Globalisierung das Wort reden, am eigenen Volk vorbei regieren."       

11. August 2007
In Hamburg-Neugraben untersagt die Polizei sog. „Freien Nationalisten“ eine eigene Flugblattverteilung. Die „Freien Nationalisten“ fahren daraufhin nach Buxtehude und verteilen in der Innenstadt die NPD-Wahlkampfzeitung „Jetzt reicht's“.
Schon in der Woche vorher steckten „Freie Nationalisten“ aus Hamburg NPD-Propaganda in Buxtehuder Briefkästen. In einem eigenem Flugblatt warben sie für den NPD-Landtagskandidaten Adolf Dammann: „Deswegen unterstützen wir als Freie Kräfte den Kameraden Adolf Dammann. Anders als Teile der niedersächsischen NPD steht der Kamerad Dammann schon seit langem für einen kompromißlosen Kampf für die nationale und soziale Sache. Teile der jetzigen NPD-Führung, die aus dem VS-Spitzel Ulrich Eigenfeld und seinem Speichellecker Andreas Molau besteht, benutzen den Kampf um ihre eigene Geltungssucht zu befriedigen. Leider bleibt auch das nationale Lager nicht von solchen Systembüttel und Selbstdarstellern verschont. ... Deswegen, Dammann wählen heißt Umschwung wählen!“

18. August 2007
C. Schneeweiss aus Sittensen schreibt im Gästebuch der Homepage der NPD Stade:
„Betreff: pflicht heil kameraden ich komme aus sittensen und versuche kameraden aus meiner region zu finden wer aus meiner nähe kommt meldet euch!es grüsst kameradschaftlich christian der ewige nationalist“
C. Schneeweiss wird kurze Zeit später Mitglied der NPD (Mitgliedsnummer 88312). Er beteiligt
sich aktiv am Landtagswahlkampf der NPD. Im März 2008 ist Schneeweiss mutmaßlicher Anstifter und Täter bei einem gemeinschaftlich begangenen Brandanschlag auf ein muslimisches Gebetshaus in Sittensen.

1. September 2007
Verband wehrt sich gegen NPD-Postille“, titelt das STADER TAGEBLATT. Im Untertitel heißt es: „Wahlkampf: Rechtsextremisten suggerieren Nähe zum Nabu – Naturschützer distanzieren sich“. Die neofaschistische NPD hat im Landkreis Stade die Wahlkampfzeitung „Gemeinsam für Niedersachsen“ verteilt. In einem Artikel („Umweltschutz ist Heimatschutz“) werden die Leser aufgefordert, die Arbeit des Nabu zu unterstützen. Der Nabu (Naturschutzbund) distanziert sich ausdrücklich gegen diese Art der Werbung .

15. Oktober 2007
In Buxtehude kommt es an einer Schule zu einer rechtsextremistischen Straftat (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, § 86a StGB).

19. Oktober 2007
Die neofaschistische NPD hat einen Propagandastand in der Stader Innenstadt aufgebaut.

23. Oktober 2007
Die neofaschistische NPD hat einen Propagandastand in der Buxtehuder Innenstadt aufgebaut.

29. Oktober 2007
NPD-Unterbezirk Stade im Endspurt“, titelt der NPD-Landesverband Niedersachsen auf seiner Internetseite. Im Text heißt es dann: „Nach dem alle 9 Wahlkreise des NPD-Unterbezirks Stade zur niedersächsischen Landtagswahl mit Direktkandidaten besetzt werden konnten, sind jetzt die beiden ersten Kreiswahlvorschläge den jeweiligen Kreiswahlleitern vorgelegt worden. Mit 135 Unterstützungsunterschriften für den Wahlkreis 55 (Buxtehude) des Direktkandidaten und Stader Kreistagsabgeordneten Adolf Dammann und 122 Unterschriften für den Wahlkreis 54 (Bremervörde) des Kandidaten Marc Reuter, der zugleich Mandatsträger im Kreistag Rotenburg (Wümme) und Stadtrat Bremervörde ist, war das Soll übererfüllt. Bis zum letzten Abgabetermin am 22. November 2007 gilt es nunmehr für die restlichen Wahlkreise die Voraussetzungen für die angestrebten Direktkandidaturen sicherzustellen. Mit insgesamt drei störungsfreien Info-Ständen in Stade und Buxtehude konnte in der vergangenen Woche bereits wie gewohnt Flagge gezeigt werden.“

Die NPD hat in den letzten Monaten in einer Vielzahl von Orten des Landkreises ihre Wahlwerbung verteilt und Propagandastände durchgeführt. Der Wahlkampf der neofaschistischen Partei kommt dann allerdings in den letzten Wochen vor der Landtagswahl im Landkreis Stade, aufgrund interner Streitigkeiten, fast völlig zum erliegen.

13. November 2007
'Sieg Heil' – Rufe im Fokus“, titelt das STADER TAGEBLATT. Im Untertitel heißt es: „Vier junge Männer vor Gericht – Freispruch wegen fehlender Beweise“. Im Artikel berichtet die Zeitung über die Verhandlung anlässlich der Rufe auf einer Geburtstagsfeier von Jugendlichen: „Der vierte Angeklagte, der an jenem Abend bei der polizeilichen Vernehmung zu Protokoll gegeben hatte 'wir alle haben Sieg Heil gerufen', machte gestern von seinem Aussage-Verweigerungsrecht Gebrauch. ... Beim Wegfahren seien deutlich 'Sieg-Heil-Rufe' zu hören gewesen. Die habe auch der Vermieter vernommen, der gegen 22 Uhr aufgrund der Beschwerden von Nachbarn an der Tür klingelte. ... Das Gericht konnte zwar nachweisen, dass tatsächlich 'Sieg-Heil-Rufe' ertönt waren, aber nicht, wer von den Jugendlichen sich daran beteiligt hatte.“

7. Dezember 2007
Adolf Dammann spricht auf einer Veranstaltung der NPD in Hamburg-Wandsbek zum Thema:
43 Jahre NPD! Kampf, Aktion und Widerstand!“
Die Veranstaltung endet mit der Zusage an Dammann, „daß die Hamburger NPD den Landtagswahlkampf in Niedersachsen bis zur letzten Stunde massiv unterstützen wird“.

12. Dezember 2007
Landkreis bleibt Nazi-Hochburg“, titelt das STADER TAGEBLATT. Im Artikel berichtet die Zeitung: „Viel Aufklärungsarbeit wartet auf den Landkreis Stade. 'Der Landkreis Stade ist weiterhin eine Hochburg der niedersächsischen Rechtsradikalen', erklärte Wolfgang Freter, Referatsleiter Rechtsextremismus beim Verfassungsschutz im Niedersächsischen Ministerium für Inneres, kürzlich in Lüneburg. 'Adolf Dammann hat zwar innerparteilich im letzten Jahr eine schwere Schlappe hinnehmen müssen, er sitzt aber wieder recht fest im Sattel', bilanziert Verfassungsschützer Freter.
Dammann steht für Agressivität
Der selbst in der NPD als radikal geltende Adolf Dammann aus Neukloster – er sitzt für die NPD im Kreistag - hatte Demonstrationen ohne Abstimmung mit dem Landesvorstand veranstaltet und war daraufhin zeitweise vom NPD-Landesvorsitzenden Ulrich Eigenfeld kaltgestellt worden. 'Dammann, mit seinen engen Beziehungen unter anderem zur Kameradschaft Stade und nach Hamburg, steht', so Freter, 'gerade für die aggressive, gewalttätige neonazistische Präsentation der NPD'. Dammann sei für die Partei zu wichtig, als dass sie ihn lange Zeit ignorieren könnte. Der Beweis: Seine Nominierung für die Landtagsliste – auf Platz fünf.“


1. Januar 2007 – 31. Dezember 2007
Die Polizeiinspektion Stade registriert für das Jahr 2007 im Landkreis Stade insgesamt 46 rechtsextremistische Delikte, darunter (Mehrfachbenennung möglich) 30 Propagandadelikte, eine Gewaltstraftat, elf fremdenfeindliche und sechs antisemitische Straftaten.